(Znut)
Mein heutiger Vortrag wendet sich einer Kunst zu, die auf den ersten Blick vielleicht kompliziert erscheinen mag, doch im Grunde genommen für uns Magier etwas alltägliches darstellt. Die Verwandlung Wieso alltäglich?, mag man sich nun vielleicht fragen. Ich denke das läßt sich recht einfach erklären. Wir alle benutzen, davon gehe ich einmal aus, alltäglich die Spruchmagie, und auch diese stellt in einem gewissen Sinne eine Verwandlung dar. Es werden Kräuter durch bestimmte Hilfsmittel in einen Magie-Effekt verwandelt. Zum Beispiel in einen Feuerball. Aber, wer etwas über die Spruchmagie wissen will, der kommt zu mir in die Lehrstunde und nicht zu einem Vortrag über Verwandlung. Wo ist also nun der Unterschied? Uns allen ist es wohl gut bekannt. Nach einer gewissen Zeit lösen sich Zauber einfach wieder auf. Wenn ein Verwandelter Gegenstand das auch machen würde, wäre eine Verwandlung nutzlos. Der Grund warum ich das diesen Vergleich ziehe ist folgender. Ich habe durch meinen Unterricht die Erfahrung gemacht, das es immer gut ist, auf vorhandenem Aufzubauen und hoffe so das Verständnis zu erleichtern.
Doch nun zum genaueren Ablauf meiner Verwandlungstheorie
Um die Verwandlung zu verstehen, so wie ich sie erkläre, sollte man mit den Grundlagen der Manatheorie vertraut sein. Ich werde die wichtigsten Punkte noch einmal kurz erläutern.
-Das Mana durchfließt unsere gesamte Welt.
-Das Mana kann nicht "verbraucht" werden und kann auch nicht erstellt werden. Ein Zauber ist eine Verformung des Mana, die sich nach einiger Zeit wieder auflöst, weil das Mana den Ausgleich mit dem restlichen Mana anstrebt.
Es gibt jedoch Bereiche in unserer Welt in denen die Manakonzentration höher oder niedriger ist als an den meisten anderen Stellen ist. Zum Beispiel finden wir in der Nähe eines Magiers eine recht hohe Konzentration von Mana. Der Magier stellt einen, zu natürlichen Dingen gesehen einen recht kleinen, aber durchaus feststellbaren, Knoten in Manafluss dar.
Um nun die Verwandlung, oder das Erschaffen neuer Gegenstände zu erklären, gehe ich davon aus, daß absolut alles aus Mana besteht. Auch diese Tische hier oder die Bänke. Dies ist wohl der elementarste Punkt der Manatheorie. Alle Gegenstände stellen ein bestimmtes Managitter dar. Dies kann man sich in etwa wie folgt vorstellen. Das Mana das einen Gegenstand ausmacht hat eine bestimmte Struktur: das Managitter. Jeder gleichartige Gegenstand hat eine ähnliche Struktur des Managitters. Diese Struktur ist in sich stabil, da das Mana, welches den Gegenstand ausmacht, das gleiche Manaspektrum hat, wie das Mana welches den Gegenstand umgibt. Man könnte sagen das Mana des Gegenstandes "schwimmt" mit dem großen Manastrom mit. Das ist bei allen Gegenständen die natürlich wachsen oder aus solchen natürlichen Dingen entstehen immer der Fall. Deshalb löst sich dieser Tisch nicht einfach wieder nach einer gewissen Zeit auf.
Nun aber zur eigentlichen Verwandlung von Gegenständen:
Zur Verwandlung gehört eine gewisse Vorbereitungsphase
Wichtig ist es, daß man das Manaspektrum, also die Schwingungsfrequenz, des Mana im Umfeld kennt. Das ist wichtig, um am Ende des Verwandlungsvorgangs, das Mana in Schwingung zu versetzen, so daß es schwingt, wie das Mana im Umfeld. Aber dazu später mehr.
Ebenfalls sollte man das Managitter der Struktur, die man bei der Verwandlung erschaffen will gut kennen. Dies ist am besten durch Meditation und erspühren des Manas im Umfeld möglich. Das Fühlen des Mana während der Meditation erfordert ein wenig Übung und Gewöhnung, jedoch sind viele der Strukturen, wie ich empfinde, recht einprägsam, besonders natürliche, wie Wasser oder Holz.
Wenn man die Vorbereitungen abgeschlossen hat, kann man mit der eigentlichen Verwandlung beginnen. Als erstes muß man durch seine Konzentration einen Manastrahl auf den Gegenstand lenken, so daß dessen Managitter aufbricht und man durch Konzentration Kontrolle über dessen Mana ausüben kann. Dieser Vorgang ist vergleichbar mit dem Beginn eines Spruchzaubers, bei dem man einen Manastrahl auf die Reagenzien richtet um dessen Mana formen zu können. Wobei es durchaus sein kann, das je nach Beschaffenheit und Größe des Gegenstandes dieser Manastrahl intensiver ausfallen muß, als bei diesem Vorgang bei der Spruchmagie.
Der nächste Schritt ist wohl der komplizierteste. Man muß das Mana des Gegenstandes nun so formen, daß es dem Managitter, welches man im Kopf hat, gleicht. Nun ist der eigentliche Teil der Verwandlung abgeschlossen, doch wenn man den Gegenstand nun so belassen würde, würde er sich wie jeder normale Zauber nach einer gewissen Zeit auflösen. Um dies zu Unterbinden hat man in den Vorbereitungen das Manaspektrum an dieser Stelle vermessen. - dazu später - Nun versucht man das Mana des neuen Gegenstandes durch Konzentration in Schwingung zu versetzen, so daß es so schwingt wie das Mana in der Umgebung. Wenn man das Sorgfältig gemacht hat, wird der Gegenstand nun bestehen bleiben.
Bei dieser Vorgehensweise treten unter bestimmten Umständen Probleme auf, nämlich wenn die Größe des Gegenstandes mit dem man Anfängt sich von der des Gegenstandes den man erstellen will unterscheidet. Wenn der, ich nenne ihn einmal, "Zielgegenstand" kleiner ist, als der Ausgangsgegenstand ist es recht einfach dies auszugleichen. Man benutzt zum formen des neuen Gegenstandes so viel Mana wie man benötigt und läßt den Rest außen vor.
In Fällen, in denen der "Zielgegenstand" größer ist als der Ausgangsgegenstand, braucht man eine Ersatz-Manaquelle. Das Mana, über das man selbst Kontrolle ausüben ist viel zu wenig, um damit einen Größenunterschied auszugleichen. Bei meinen Versuchen habe ich zu diesen Zweck Kräuter benutzt, da ich den Umgang mit diesen, durch die Spruchmagie, gewohnt bin. Man kann aber auch jegliche andere Gegenstände benutzen. Oder 2 kleinere Gegenstände in einen größeren Verwandeln.
Bei den Vorbereitungen sprach ich eben von dem Manaspektrum. Dieses Spektrum kann man durch ein Ritual am Oktogon ausmessen. Bei diesem Ritual wird das Mana in die einzelnen Wellenlängen aufgespalten und es zeigt sich welche Wellenlängen wie stark vorkommen. Ich möchte an dieser Stelle nur kurz auf das Ritual eingehen und mich bei Solon dafür bedanken, daß er mir dieses zur Verfügung gestellt hat.
Für das Ritual malt man ein Oktogon - eine Figur mit 8 Ecken und gleich langen Seiten - auf den Boden und stellt auf jede Ecke des Oktogons einen Diamanten mit rundem oder dreieckigem Schliff. Genau in die Mitte des Oktogons stellt man einen Diamanten mit 8-eckigem Schliff. Nun setzt man sich so vor das Oktogon, daß man in der Verlängerung einer Linie sitzt, die durch 2 gegenüberliegende Punkte des Oktogons geht. Dann beginnt man einen leichten Manastrom auf den ersten Diamanten vor sich zu richten. Dies ist dann der Startpunkt. Auf der gegenüberliegenden Ecke wird der Endpunkt sein. Nun fließt der Manastrom durch den Startpunkt hindurch auf den Diamanten in der Ecke und wird aufgebrochen, so fließt das Mana durch das ganze Oktogon aus Diamanten bis zum Endpunkt. Hierbei werden in den einzelnen Teilen des Oktogons die verschiedenen Wellenlängen des Manas sichtbar. Da die einzelnen Wellenlängen einen anderen Weg nehmen und auch unterschiedlich schnell sind, kann man am Endpunkt sehen, welche Wellenlänge an diesem Punkt stärker und welche schwächer vorhanden ist. Die Wellenlänge, von der ich eben sprach, an die man das Managitter des Gegenstandes anpassen muß, ist in diesem Sinne eigentlich keine Wellenlänge sondern die "Mischung" der verschieden stark vorhandenen Manawellenlängen in diesem Punkt. Diese "Mischung" ist für jeden Punkt unserer Welt anders und man könnte Anhand dieser Eigenschaft den Punkt im Astralraum eindeutig identifizieren. Wobei sich die Konzentrationen in einem längeren Zeitraum verschieben.
Im letzten Teil meines Vortrages möchte ich einmal etwas mehr auf die Praxis bezug nehmen, im Gegensatz zum ersten Teil der doch durchaus sehr theoretisch gehalten ist.
Ich habe bereits verschiedene Versuche mit kleineren Gegenständen nach dieser Verwandlungstheorie durchgeführt. Hierbei mußte ich festellen, daß mit dieser Theorie zwar das Verwandeln von Gegenständen möglich ist, jedoch nicht das verwandeln von Lebewesen. Es ist nicht so einfach möglich die komplexen Strukturen eines Lebewesens so einfach in Schwingung zu versetzen. Ich könnte zwar eines verwandeln, jedoch würde sich dessen Mana nach einer gewissen Zeit mit dem anderen Mana ausgleichen. Wo wir schon wieder bei dem beliebten alten Problem des Spruchzaubers Polymorph ("Vas Ylem Rel") aus Zirkel 7 wären. Ist es eine Verwandlung oder eine Illusion? Ich für meinen Teil, kann nur den Aspekt betrachten, den ich erforscht habe. Es ist auf jeden Fall keine vollständige Umsetzung des Manas, dafür gibt es verschiedene Gründe.
Einmal das was ich eben über Lebewesen sagte.
Zum zweiten sind bei mir Mißglückte Verwandlungen meistens in irgend einem Zwischenstadium geblieben und haben sich später dann mit dem restlichen Mana ausgeglichen. Dies ist bei dem Spruchzauber eindeutig nicht der Fall.
Zum dritten verliert der Spruchzauber nach einer Weile seine Wirkung und man fällt in die alte Gestalt zurück, wobei eine vollständige Umwandlung des Manas, so wie ich sie beschreibe, immer permanent ist.
Erst in meinen Versuchen wurde mir klar, mit wie viel Arbeit eine solche vollständige Verwandlung verbunden ist. Es gehört eine lange Vorbereitung dazu und es ist eine starke Konzentration von Nöten, damit man keine Fehler macht. Es ist also durchaus keine Methode um "mal eben" eine nicht mehr gebrauchte Tischplatte in einen Stuhl zu verwandeln. Sondern wohl viel eher zu Forschungszwecken interessant. Man gelangt dadurch zu einer größeren Feinfühligkeit dem Mana gegenüber, was einen weiterbringt auf dem Weg, weg von den Zaubersprüchen näher zur höchsten Form der Magie. Oder auch um Spruchmagie Sprüche durch eine bessere Kontrolle zu perfektionieren.
Wenn es nun generell keine Fragen mehr zu meinem Vortrag gibt, bedanke ich mich für Ihre Anwesenheit und beende den Vortrag. Außerdem möchte ich noch einmal Solon danken, der so oft Zeit und Gedult für meine Fragen aufbrachte.