Goettliche Magie - Allatur Handsome

(Allatur Handsome)

Zuerst einmal möchte ich definieren, was ich unter göttlicher Magie verstehe. Ich verstehe darunter nicht nur reinweg das magische Wirken der Götter, sondern auch die freie - die hohe Form der Magie, welche losgelöst ist von den Worten der Macht und rituellem Handeln.

Den hier Anwesenden sollte die simpelste Form der Magieanwendung, die Spruchmagie, bekannt sein. Die meisten werden sie auch nutzen, nur wenige waren bisher in der Lage sich ganz davon frei zu machen.

Diese Form der Magie jedoch ist ein Zwang für einen jeden Magier, der die Magie auch lebt. Es sind Ketten, die es zu sprengen gilt. Monotones nachplappern der Worte der Macht, nur das tun, was kluge Köpfe einst für uns hinterlassen haben. Ein sehr beschränkter Einsatz der Magie. Man stelle sich nur einmal vor, was man alles vollbringen kann, wenn man diese Ketten sprengt, sich von diesen Zwängen befreien kann - ein unendliches Spektrum an Möglichkeiten eröffnet sich dort einem Magier.

Sicher, für den Alltag reicht die Spruchmagie wohl aus. Ein beschränkter Geist mag sich auch für den Rest seines Lebens damit zufrieden geben, mag er nicht erfassen, welche Möglichkeiten sich ihm bieten, wenn er den Energiefluss mit einem Handstreich nach seinen Wünschen formen könnte.

Jedoch heisst der freie Umgang mit der Magie nicht, dass man gottgleich zaubern kann - was, wann und wieviel man will. Wir bleiben dann immer noch den Naturmässigkeiten unserer Welt unterlegen, können nur eine kleine Menge des Manaflusses anzapfen, bis unsere Kräfte erschöpft sind und müssen uns dann erst regenerieren.

Ritualmagie tendiert schon etwas in die Richtung der freien Magie. Unter grossem Kraft- und Energieaufwand ist ein Zusammenschluss von Magiern in der Lage, Dinge zu wirken, die mit der normalen Spruchmagie undenkbar wären. Jedoch ist diese Magieform weder spontan, noch frei einsetzbar. Nicht frei - weil die Ritualmagier immer an Orte gebunden sind, welche eine bestimmte energetische Ausstrahlung haben und nicht spontan, weil grosse Dinge nur durch grosse Rituale bewirkt werden können und eine Mindestanzahl begabter Magier verlangt. Als Beipsiel sei hier das Ritual um Pantagruel genannt.

In diesem Zusammenhang möchte ich auch die Naturmagie erwähnen. Ihre Anwender verzichten zwar auf die Spruchmagie, jedoch ist diese Magieform doch recht nah an der rituellen Anwendung der Magie anzusiedeln, da Naturmagier ohne solche nichts bewirken können.

Doch schauen wir einmal, wozu göttliche Magie befähigt, wenn Götter sie anwenden.

Alle Götter sind in der Lage, mächtige Zauber auszusprechen. Die einen nutzen es mehr, die anderen weniger. Selbst von Tempus wird berichtet, dass er magische Blitze schleudernd über das Schlachtfeld reitet, wo er doch ein Mann des Schwertes ist. Götter können magische Energie in Gegenstände binden, was für ihre Priesterschaft mitunter zu einer sehr nützlichen Hilfe bei der Durchführung von Ritualen werden kann - sofern der Anwender die geballte Ladung der Energie zu kontrollieren vermag und es überlebt.

Göttliche Energie findet sich auch in Artefakten wieder. Nicht nur Götter sind in der Lage, die magischen Muster neu zu weben und in einem Gegenstand zu binden, auch grosse Magier können diese Form der Magie beherrschen, jedoch nur jene, welche sich von der Spruchmagie befreit haben und die freie, göttliche, Magie zu nutzen wissen.

Um einen kleinen Einblick in die Möglichkeiten der göttlichen Magie zu bringen, greife ich auf das Beispiel der dunklen Aera der Magie zurück.

Zu jener Zeit begrenzte der edle Lord Gargauth die Magie dieser Welt. Doch wie tat er es? Ich vermute er beschränkte sich lediglich darauf, die Fähigkeiten des Manaverbrauchs der sterblichen magiebegabten noch weiter einzuschränken. Eine weitere Möglichkeit wäre, dass er den Manafluss damals verändert hat, doch das wäre zu aufwendig gewesen. Die Gefahr, dass sich die Struktur der Welt mit verändert, wäre wohl zu gross gewesen. Ferner wäre Azuth in diesem Fall wohl eher auf das Phänomen aufmerksam geworden, wobei berichtet wird, was hier vor sich ging, wäre ihm gänzlich entgangen.

Einige Götter wären durchaus in der Lage, die Manastruktur einer Welt zu verändern, eine ganze Welt könnten sie vernichten, indem sie alle Energie 'absaugen' würden. Jedoch würde es ihnen wohl oder übel ziemlich Ärger mit Azuth einhandeln. Es ist mir auch geschichtlich kein Fall bekannt, an dem solches vollführt wurde.

Die göttliche Magie ist etwas, was nur wenige sterbliche beherrschen. Jedoch ist es theoretisch jedem magiebegabten möglich, sie zu erlernen. Es ist nichts, was einem beigebracht werden kann, von einem Meister. Es ist etwas, was man erspüren und am eigenen Leibe erfahren muss. Die Voraussetzungen dafür sind jedoch ein nie endendes Studium der Magie, ein freier Geist, Disziplin, Körper- und Geistbeherrschung in Vollendung und ein eiserner Wille. Nur wenn man diese Voraussetzungen erfüllen kann und auch will, kann man sich der Hoffnung hingeben, einmal das göttliche zu erfahren.